LED-Licht im EB-Bereich
Christoph Bruggaier, Michael Erkelenz
Hintergrund
Derzeit entwickelt sich der Markt rund um LED Technologien rasant. Bis 2010 wird erwartet, dass Leuchten auf Basis von LED Lichtquellen weiterhin signifikant an Marktanteil hinzugewinnen werden. In manchen Bereichen, wie die der Hochleistungs-LEDs soll sich der Markt sogar verfünffachen1. Diente die LED aufgrund der niedrigen zu erzielenden Beleuchtungsstärke bis vor wenigen Jahren ausschließlich signaltechnischen Zwecken, so ist sie heute auch aus dem Bereich Beleuchtungtechnik nicht mehr wegzudenken. Effiziente LED Anwendungen waren bis dato im professionellen Video- oder Broadcast-Markt jedoch eher dünn gesät.
Durch den stetigen technologischen Fortschritt sind die Hersteller in der Lage, lichtemittierende Dioden immer kosteneffizienter herzustellen.
Gleichzeitig wird durch verbesserte Technologien die Effizienz dieses Leuchtmittels immer weiter erhöht. So werden bereits heute LED-Lichtquellen für Beleuchtungsanwendungen zu 4 cent/lumen bei einer Bauteileffizienz von 80 lumen/Watt angeboten. Man geht davon aus, mittelfristig die Kosten um den Faktor 3 bis 6 reduzieren zu können. Gleichzeitig spricht man von einer möglichen Erhöhung der Effizienz um 50%2. Bestärkt durch diesen Trend werden LEDs mehr und mehr Einzug in allgemeine Leuchtenapplikationen für die Industrie und den Konsumenten halten.
Während es in der so genannten Allgemeinbeleuchtung mehr um eine möglichst
effiziente Energieausbeute und eine große Systemhelligkeit geht, spielen neben diesen Parametern in der Film- und Fernsehtechnik die Farbtemperatur und der Farbrenderindex eine große Rolle. Diese beiden Parameter werden bei der landläufigen Betrachtung der LED-Technik jedoch häufig unterbewertet.
Weiterhin ist das Betriebsverhalten von LEDs von weitern äußeren Parametern, wie beispielsweise der Temperatur abhängig. Es lohnt sich deshalb ein kleiner Blick auf die LED-Spezifika vor dem Hintergrund der Lichtmeßtechnik.
Leistungscharakteristik
Die LED zeigt eine gegenüber anderen Lichtquellen ungewohnte Leistungscharakteristik. Mit zunehmender
Belastung wird eine LED immer ineffizienter. Dies rührt, einfach gesagt, daher, daß die Wärmebelastung der lichtemittierenden Schichten mit zunehmender Energiebeaufschlagung naturgemäß zunimmt. Die zur Erzeugung der Lichtfrequenzen herangezogenen Phosphore geben aber mit zunehmender Temperatur immer weniger Licht ab. Auch wird die durch den Energieniveau-Übergang im Halbleiterchip erzeugte Primärstrahlungserzeugung immer ineffizienter. Dieser Effekt zeigt sich bereits beim Warmlaufen einiger ohne ausreichende Chipkühlung ausgestatteter Leuchten:
- Diagramm 1: Thermische Abhängigkeit der Lichtausbeute von der Sperrschichttemperatur
Durch die thermische Empfindlichkeit der Fluoreszenzschichten sinkt bei zunehmender
Betriebstemperatur ebenfalls die Lebensdauer:
- Diagramm 2: Lebensdauer in Abhängigkeit der Sperrschichttemperatur
Eine LED verliert im Laufe Ihrer Lebensdauer kontinuierlich an Leuchtkraft. Als durchschnittliche Lebensdauer wird der Zeitraum definiert, innerhalb dessen eine LED noch mindestens 50% ihrer Leuchtkraft besitzt.
- Diagramm 3: Lichtausbeute im Verlauf der Lebensdauer 4
Farbwiedergabeverhalten
Aus dem spezifischen Aufbau der LED ergeben sich einige gravierende Unterschiede zu herkömmlichen Leuchtmitteln.
LEDs bestehen im wesentlichen aus einem in einem hermetisch geschlossenen Gehäuse untergebrachten Halbleiterchip. Dieser ist aufgrund von quantenmechanischen Vorgängen dazu in der Lage, bei Stromdurchfluß Photonen auszusenden.
Durch eine geeignete Kombination von Halbleitermaterialien läßt sich die Farbe des abgegebenen Lichts beeinflussen. Es kann jedoch bislang innerhalb eines Halbleiterchips nur Licht innerhalb eines vergleichsweise schmalen Frequenzbands erzeugt werden. Zur Erzeugung von weißem Licht muß man deshalb einen Trick anwenden.
Vereinfacht gesagt besteht eine weiße LEDs aus einem im kurzwelligen (blauen oder ultravioletten) Frequenzbereich abstrahlendem Chip, welcher eine Fluoreszenzschicht beleuchtet.
Diese wiederum sendet ein Gemisch aus roten, gelben und grünen schmalbandigen Lichtfrequenzen aus. Die Mischung dieser Farbbereiche sieht für das menschliche Auge auf den ersten Blick weiß aus. Idealisiert ist dieser Lichtverteilungsverlauf im Diagramm 1 zu sehen 5. Die grüne Kurve zeigt den Empfindlichkeitsverlauf des menschlichen Auges.
Diagramm 4: Spektrale Lichtverteilung LED-Licht
Schaut man sich das von einer weißen LED erzeugte Licht jedoch einmal etwas genauer an, so fällt auf, daß im Spektrum der LED viele Frequenzen fehlen.
Aufgrund seines sensorchemischen Aufbaus besitzt das menschliche Auge eine spezifische Wahrnehmungsempfindlichkeit für die unterschiedlichen Lichtwellenlängen.
Innerhalb bestimmter Grenzen kann sich das Auge jedoch auf bestimmte per Konvention geprägte Farbdefinitionen einstellen. So nimmt man beispielsweise ein weißes Blatt Papier, bei Glühlicht betrachtet, als weiße Fläche wahr, da sich das Auge durch einen entspechenden automatischen ‚Weißabgleich‘ darauf einzustellen vermag. Umgekehrt kann das Auge jedoch auch eine LED-Lichtquelle als ‚weiss‘ wahrnehmen, wenn der direkte Vergleich mit einer weißen Lichtquelle fehlt, obwohl sie es einer exakten photometrischen Messung nach nicht wirklich ist, doch dazu später mehr.
Das menschliche Auge kann Lichtfrequenzen in einem kontinuierlichen Spektrum von etwa 380 bis 780nm wahrnehmen. Die größte photometrische Empfindlichkeit liegt dabei bei etwa 550nm im grünen Farbbereich. ‚Sieht‘ das Auge nun über diesen Frequenzbereich
gleichmäßig verteilt eine gleichmäßige Intensität an Lichtfrequenzen, so nimmt es dies als ‚weißes‘ Licht wahr. Trotz der wahrnehmungsphysiologisch ungleichen Empfindlichkeit für verschiedene Wellenlängen kann das menschliche Gehirn hinsichtlich der subjektiven Wahrnehmung vereinfacht gesagt aber auch Umrechnungen vornehmen, welche uns beispielsweise beim Vorhandensein gleicher schmalbandiger Anteile an Licht der Primärfarben rot, grün und blau bei additiver Farbmischung das Vorhandensein von ‚weißem‘ Licht vorgaukeln. Unglücklicherweise reagieren jedoch Halbleitersensoren und Filmemulsionen etwas anders auf den Einfluß von unterschiedlichen Lichtfrequenzen. Die Rezeption der einzelnen Lichtfrequenzbestandteile geschieht hier additiv über das Vorhandensein der reinen
Primärfarben rot, grün und blau. Üblicherweise wird das Lichtfrequenzverhalten elektrochemischer (Film) und optoelektronischer (CMOS, CCD) Sensoren auf ein kontinuierliches Lichtspektrum (Tageslicht, Glühlampenlicht, in Ausnahmefällen Infrarotlicht, UV-Licht) abgestimmt. Sie besitzen deshalb eine voreingestellte Empfindlichkeitskurve über den Lichtfrequenzverlauf. Ungeachtet dessen kann die Wiedergabekennlinie optoelektronischer Sensoren durch entsprechende Maßnahmen in der Auswerteelektronik nachträglich beeinflußt werden. Dies ist dem Kameramann in Form des Weißabgleichs und der Gamma/Knie-Einstellung bekannt. Auch im chemischen Entwicklungsprozess für Filme sind in gewissen engen Grenzen Beeinflussungen der Farbkennlinie möglich. Beleuchtet man nun aber einen farbigen Gegenstand mit einer Lichtquelle, welcher nennenswerte
Frequenzanteile im Gesamtspektrum fehlen, beispielsweise LED-Licht, so erscheint der Gegenstand in einer Farbe, die von der bei Sonnenlicht wiedergegebenen Farbe mehr oder weniger abweicht.
Die Begründung leuchtet ein: zur naturgetreuen Wiedergabe der Farbe eines nicht selbst leuchtenden Gegenstands ist es erforderlich, daß dieser mit einem Gemisch aus möglichst vielen Lichtfrequenzen angestrahlt wird.
Erst dadurch ist das menschliche Auge in der Lage, unterschiedliche Farben zu differenzieren. Fehlen zur Wiedergabe benötigte Lichtfrequenzen, so bietet sich dem Auge ein verfälschter Farbeindruck. In der Beleuchtungstechnik wird daher die Sonne häufig als ‚Referenzlichtquelle‘ gesehen. Ihr weitgehend kontinuierliches Spektrum ist in der Lage, alle uns bekannten Farben
wiederzugeben.
Ein Maß für die Farbwiedergabetreue ist das Verhältnis der Farbwiedergabe bei künstlicher Beleuchtung gegenüber der Farbwiedergabe bei Sonnenlicht. In der praktischen Messung werden dazu bis zu vierzehn Referenzfarben ausgewählt und deren Farbwiedergabetreue bestimmt. Aus den einzelnen aus diesen Gütemessungen ermittelten Farbwiedergabewerten kann man den Gesamt-Farbwiedergabeindex oder Renderindex (engl.: color rendition index, CRI) errechnen.
Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die Farbtemperatur und der Renderindex von dem spezifischen Aufbau des Leuchtmittels abhängen. Leider sind die Leuchtenhersteller deshalb auch auf die LEDs angewiesen, die der Stand der Technik hergibt. Derzeit erreichen gute Tageslicht-LEDs einen CRI von
etwa 85, Kunstlicht-LEDs sind schon mit einem CRI um 90 erhältlich.
Farbmessung
Will man nun die Lichtwerte von LED-Lichtquellen bestimmen, so stößt man in der Praxis auf einige Probleme. Herkömmliche Farbmeßgeräte arbeiten mit drei filterbestückten monochromatischen Sensoren für die Primärfarben ausgestattet. Sie sind von ihrer Anzeigecharakteristik her auf kontinuierliche Emissionsspektren hin geeicht. Aufgrund der oben erwähnten Abweichungen, die sich bei LED-Licht ergeben, können diese Geräte daher nicht ohne Änderungen für Farbtemperaturmessungen an LEDs herangezogen werden. Eine genaue Angabe über die Lichtwerte gestattet deshalb nur eine Messung mit dem Spektrophotometer. Ein kurzes Wort noch zur kamerainternen
Farbtemperaturmessung. Viele Schulterkameras besitzen eine interne Anzeige für die Farbtemperatur. Aufgrund der Art und Weise, wie eine solche Anzeigefunktion in einer Kamera implementiert ist, kann man dabei jedoch nicht von einer echten ‚Messung‘ im wissenschaftlichen Sinn sprechen. Vielmehr eignet sich eine solche Anzeige nur für eine näherungsweise Abschätzung.
Anhand der Farbtemperatur und des erreichten Farbrenderindexes kann in der Regel abgeschätzt werden, ob eine mit LED-Technik ausgerüstete Leuchte für einen bestimmten Einsatzbereich geeignet ist. Sowohl ein zu niedriger Farbrenderindex (= zu schlechte Farbwiedergabe), als auch eine abweichende Farbtemperatur (abweichender Farbort) machen sich insbesondere in Mischlichtsituationen störend bemerkbar. Dies sollte denn auch im Vorfeld einer Drehsituation
ausreichend bedacht werden.
Der Fertigungsprozess von LEDs ist aufgrund der feinen Strukturen und der geringen verarbeiteten Stoffmengen gewissen Schwankungen unterworfen. So besitzen die gefertigten Bauteile selbst innerhalb einer Produktionscharge eine gewisse Streuung hinsichtlich ihrer elektrischen und optischen Parameter. Dies hat beispielsweise zur Folge, daß der Farbort des erzeugten Lichts unter Umständen innerhalb der Charge erheblich schwankt.
LEDs werden deshalb in Abhängigkeit ihrer Produktionsparameter verschiedenen so genannten ‘binnings’ zugeordnet. Damit wird eine gleichbleibende Lichtqualität gewährleistet. Jedoch ist dieser Selektionsprozess mit einem gewissen Meßaufwand verbunden, so daß dadurch auch zusätzliche Kosten entstehen.
Diagramm 5: Binning von weißen High-Power P4 LEDs, Seoul Semiconductor6
Vergleich Halogenlicht – LED-Licht
Als Anwender wird man natürlich auf den Gedanken kommen, die LED-Leuchten mit dem für Kamera-Onboard-Leuchten bislang am häufigsten verwendeten Leuchtmittel, der Halogenlampe, zu vergleichen.
Aufgrund der unterschiedlichen Lichtentstehungsvorgänge ist es jedoch schwierig, diese beiden Leuchtmittel direkt zu vergleichen. Da bislang LEDs bei verwendbar kleinen Bauformen nur in Wattagen mit maximal 5W pro Chip zur Verfügung stehen, ist ein Vergleich der Einzelleuchtmittel über die Wattzahlen wenig hilfreich.
Farbtemperatur
Halogenlicht besitzt in der Regel eine Farbtemperatur zwischen 2900K und 3400K. Die Erzeugung von tageslichtähnlichen Farbtemperaturen ist übrigens mit Glühlicht nicht möglich, da das als Glühfaden am besten geeignete Metall Wolfram bereits bei 5660°C sieden würde. Die heute schon mit ausreichender Lichtausbeute erhältlichen LEDs haben jedoch Tageslichtcharakteristik. Daher müssten die Farbtemperaturen bei direkten Vergleichen konvertiert werden. Allerdings verliert man bei der Konversion zu einer anderen Farbtemperatur bis zur Hälfte des Lichtstroms. Dies muß bei einem Vergleich berücksichtigt werden.
Beriebsspannungsabhängigkeit
Der Lichtstrom des Halogenbrenners hängt
direkt von der Betriebsspannung ab. Üblicherweise werden sie aber ohne eine vorgeschaltete Regelschaltung betrieben. Daher ändert sich die Lichtausbeute mit dem Ladezustand des Akkus. LED-Leuchten dagegen müssen systembedingt mit einer Regelelektronik ausgestattet werden, welche eine Überlastung der LEDs wirkungsvoll verhindert. Ist diese, wie bei der Lux-Led, so ausgelegt, daß sie über einen weiten Eingangsspannungsbereich eine gleichmäßige Ausgangsleistung liefern kann, so kann die Leuchte mit gleicher Leistung bis zum Ladeschluß des Akkus betrieben werden.
Temperaturverhalten
Die Lichtausbeute der LEDs hängt, im Gegensatz zur Situation bei Halogenlampen, von der Betriebstemperatur ab. In der Regel gilt die folgende Faustregel: je niedriger die
Betriebstemperatur ist, um so höher ist die Lichtausbeute. Es ist deshalb für einen wirtschaftlichen Betrieb einer LED wichtig, sie gut zu kühlen. Dieses Erfordernis besteht innerhalb normaler Betriebsbedingungen bei einer Halogenlampe nicht. Allerdings ist die Verlustleistung einer Haloigenlampe bei gleicher Eingangsleistung wesentlich höher.
Energieeffizienz
Übliche Halogenleuchten besitzen eine Lichtausbeute von ca. 25lm/W, während LEDs bereits mit etwa 100lm/W lieferbar sind. Allerdings sinkt deren Effizienz, wie zuvor bereits schon erwähnt, mit steigender Belastung. Bei 3W Eingangsleistung stehen dann beispielsweise nur noch 240lm an Lichtstrom pro LED zur Verfügung.
Die Entwicklung einer LED Leuchte anhand eines praktischen Beispiels
Eine neue Herausforderung nahm man bei bebob im Frühjahr 2007 an, als man mit der Entwicklung einer praxistauglichen LED-Leuchte begann. Der recht schnelle Produktentwicklungsprozess von nur rund fünf Monaten konnte dadurch erreicht werden, daß man auf bereits extern geleistete theoretische und entwicklungstechnische Vorarbeiten zurückgreifen konnte und so kostspielige und langwierige Fehlerschleifen vermied.
bebob konnte mit dieser Entwicklung auch Impulsen und Anregungen von Kameraleuten Rechnung tragen. Diese Arbeit erhielt auch den Innovationspreis SatisFecit.
Als ein Produkt, welches sich herkömmliche Reflektoranordnungen zunutze macht bietet die Lux-Led vergleichsweise viel Licht auf einem großen Leuchtfleck. Hinzu kommt
eine homogene Ausleuchtung und eine über die Betriebsdauer konstante Helligkeit bei einem geringem Verbrauch.
Eine große Rolle dabei spielen dabei die Art und Weise, wie verschiedene Einflussgrößen wie z. B. die zur Verfügung stehenden Akkuspannung und die Arbeitskennlinie der LED bei der Auslegung des Geräts berücksichtigt wurden.
Bei der Entwicklung der Lux-Led von bebob wurde im wesentlichen diesen Faktoren große Bedeutung zugemessen:
- Lichtausbeute
- Effizienz hinsichtlich Energieverbrauch
- Güte des abgestrahlten Lichts hinsichtlich Lichtverteilung
- Farbtreue des Lichts
- Temperaturverhalten und Temperaturregelung
- Steuerbarkeit des Lichts
Es befinden sich bereits etliche LED basierte Leuchten am Markt. Es konnten jedoch durch einen bei der Leuchtengestaltung von LED Leuchten bislang völlig neuen Ansatz praktisch alle von herkömmlichen Lampen bekannten Vorteile umgesetzt werden:
- stufenlose Fokussierbarkeit,
- Ausrichtung des Lichts ausschließlich auf das beleuchtete Objekt
- Kompaktheit und
- Anwenderfreundlichkeit.
Hinzu kamen die LED-spezifischen Vorteile wie
- niedrige Verlustleistung
- Unempfindlichkeit gegenüber Umwelteinflüssen und
- hohe Lebensdauer
Die Lux-Led ist mit 5 LEDs mit jeweils typisch 2,5W ausgestattet. Um eine gleichmäßige Farbtreue des Lichts zu erreichen, werden ausschließlich selektierte LEDs einer einzigen Bin-Gruppe eingesetzt.
Um eine gleichmäßig hohe und von der Betriebsdauer weitgehend unabhängige Beleuchtungsstärke zu erreichen, wurde bei der Lux-Led ein besonderes Augenmerk auf eine gute Kühlung der LEDs gelegt.
Neben einem mikroprozessorgesteuerten Strom- und Temperaturmanagement kommt ein eigens entwickeltes Kühlsystem zum Einsatz, welches einen ungehinderten
Abtransport der Wärme gewährleistet.
Diagramm 6: Temperaturverhalten der Lux-Led beim Start aus niedrigen Temperaturen
Die Betriebstemperatur ist abhängig von der Umgebungstemperatur und der Betriebsdauer.
Es wurde deshalb bei der Auslegung der
Leuchte darauf Wert gelegt, daß sich die LEDs innerhalb des erlaubten Umgebungstemperaturbereichs der Lampe immer in einem für sie gesunden Betriebstemperaturbereich befinden. Dies gewährleistet eine lange Lebensdauer der LEDs.
Die durch die Temperaturkennlinie einer LED hervorgerufene Zunahme der
Leistungsaufnahme mit steigender Temperatur wurde zunächst durch einen geschickt gewählten Arbeitspunkt der LEDs minimiert.
Außerdem wurden weitere softwaretechnische Maßnahmen ergriffen, um die Lichtstärke über den Temperaturgang hin weitgehend konstant zu halten. Zusätzlich ist die Leuchte aber durch eine parametergesteuerte Temperaturüberwachung gegen Überhitzung wirkungsvoll geschützt.
Die LEDs werden über einen hoch effizienten Spannungs-/Stromwandler mit parallel laufender Leistungsregelung angesteuert. Dieser erlaubt die Versorgung der LEDs mit einem konstanten Strom über einen Eingangsspannungsbereich von 6,5V bis 28V. Die notwendigen Steuerungsaufgaben werden ebenfalls von dem in der Schaltung
integrierten Mikroprozessor erledigt.
Diagramm 7: Temperaturregelung
LEDs erlauben durch ihre vergleichsweise geringe Verlustleistung den Aufbau kompakter Leuchten. Ein großer Nachteil bei der Konzeption solcher Leuchten ist jedoch die Tatsache, daß es derzeit nicht möglich ist, größere Wattagen auf einem einzigen Chip unterzubringen. Will man Leuchten mit einer hohen Lichtausbeute entwickeln, so muß man sich Gedanken darüber machen, wie die vielen dann erforderlichen Einzelchips wirkungsvoll so kombiniert werden können, daß sich ein brauchbares Abbild eines Leuchtflecks ergibt. Viele Hersteller montieren die LEDs rasterförmig auf planare Oberflächen, um so eine höhere Lichtstärke zu erreichen. Dies hat den eklatanten Nachteil, daß aufgrund des
Abstands zwischen den einzelnen Lichtquellen mit dem dazwischen befindlichen Dunkelraum eine Ungleichförmigkeit in der Lichtquelle entsteht, welche an harten Kanten mehr oder minder zur Stufenschattenbildung führt. Umgehen kann man diesen Effekt, wenn man zwischen die LEDs und Objekt einen Diffusor schaltet, doch dadurch geht zwangsläufig ein nicht unerheblicher Teil des Lichtstroms verloren.
bebob ging deshalb bei der Entwicklung einen in der LED-Beleuchtungstechnik neuen Weg und ließ die LEDs in einen speziell entwickelten Reflektor strahlen. Dadurch wird einerseits das emittierte Licht zu annähernd 100% eingefangen und zum Lichtaustritt hin gelenkt, andererseits ist mithilfe dieses Tricks ein stufenloses Fokussieren des Lichtstrahls möglich.
Die Lux-Led Serie
Die Lux-Led reiht sich in der Familie der bebob Lux-Leuchten ein. Die Kameraleuchte ist in der Halogenversion bei verschiedenen Fernsehanstalten wie WDR, BR, ARD Hauptstadtstudio, Südwestfunk und Pro7Sat1 sowie bei zahlreichen ausländischen Sendern im Einsatz.
Die Lux-Led Leuchte wurde für Broadcast Kunden entwickelt. Besonderen Wert wurde auf folgende Kriterien gelegt:
- Die Beleuchtungsstärke soll mit Diffusor mehr als 210 Lux in 1m Zentrumsabstand betragen. Ohne Diffusor soll die Beleuchtungsstärke mehr als 500 Lux betragen. Das sind im Durchschnitt 25% mehr als vergleichbare Kopflichter, beispielsweise die Lux-dv von bebob, ausgerüstet mit 20W Brenner. Die Leistungsaufnahme der Lux-Led liegt jedoch mit 12W unter derjenigen der Lux-dv.
- Die Lampe soll zwischen 10-100% dimmbar sein
- Die Lampe soll stufenlos fokussierbar sein
- Die Farbtemperatur soll im Tageslichtbereich bei 5600K liegen
- Der variable Eingangsspannungsbereich von 6,5 bis 28V soll sämtliche genutzten Spannungswerte in der Akquisition abdecken, was den Einsatz sowohl an MiniDV/HDV und MiniHD Kameras, als auch an ENG-Kameras erlaubt
- Homogenes Licht: Bei eingeklappten Diffusor sollen kaum Lichtunterschiede, oder Schatten über die gesamte Beleuchtungsfläche sichtbar sein
- Die Spannungsversorgung soll wahlweise über separaten Akku, ENG Kameraakku (12V), oder mit optionalen Adapter direkt über den Kamera Akku erfolgen können
- Die Leuchte soll ein geringes Gewicht aufweisen
- Durch die Unempfindlichkeit gegen Erschütterung, die lange Lebensdauer ist die Lampe hervorragend geeignet für aktuelle Berichterstattungen und Sport in Außenbereichen.
Um das Produktspektrum nach oben hin abzurunden wurden zur NAB 2008 zwei weitere Leuchtengrößen vorgestellt, welche mit 40W beziehungsweise 60W als vollwertige Reportageleuchten gedacht sind. Die 40W-Version ist mit einem Handgriff mit integrierter 16mm-Hülse als stativmontierbare Handlampe ausgerüstet, während die größere 60W-Version einen Schwenkbügel mit 16mm-Hülse besitzt.
Die Stromversorgung dieser Leuchten ist so ausgelegt, daß sie aus handelsüblichen Kameraakkus betrieben werden können. Sie besitzen dazu genormte und werksseitig
austauschbare Akkuplatten. Die Leuchten sind in Konfigurationen mit V-Mount, Anton-Bauer und PAG Kameraplatten erhältlich. Eine Versorgung mit externen Spannungsquellen über die eingebaute XLR-Buchse ist ebenfalls möglich.
Autoren
Bruggaier
Christoph Bruggaier ist Inhaber der Firma CINEPARTS. Nebenbei schreibt er als freier Journalist für diverse Fachmagazine. Die Produktidee zu den Lux-Led Leuchten basiert auf einer seiner Patentanmeldungen. Er war auch an der Entwicklung dieser Produktidee zur Serienreife maßgeblich beteiligt.
Erkelenz
Michael Erkelenz ist Leiter Marketing und Entwicklung bei der bebob Gmbh in München und Executive MBA cand. der Graduate School of Business Administration Zürich.




